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ANBAU


Beitrag von Jochen Binikowski, 10.3.1998

Auf unserer philippinischen Farm haben wir Ende Januar 1998 knapp 400 Setzlinge (SPERLI Saatgut) ins Freiland gepflanzt. Für jede Pflanze wurde ein ca. 40 cm tiefes Loch gegraben, das dann mit Kompost (Mischung aus Reishülsen, Sägemehl und Schweinedung) gefüllt wurde. Die Stützpfähle, ca. 2 Meter lange Äste einer schnellwachsenden Baumart, wurden unten angespitzt und mit in die Pflanzlöcher eingegraben. Inzwischen haben die schon Wurzeln geschlagen. Wir hoffen, daß so eine Stabilität entsteht, damit die ganze Sache taifunfest wird. Da wir jede Menge Platz haben, wurde ein Pflanzabstand von jeweils 1 Meter gewählt.

Durch das El Nino Phänomän hatten wir die letzten Wochen nur sehr wenig Regen. Deshalb ist fast täglich von Hand gegossen worden. Das ist sehr zeitaufwendig und offensichtlich nicht ausreichend gewesen, es sind ca. 10% der Pflanzen eingegangen.

Der Rest entwickelt sich sehr unterschiedlich. Einige Pflanzen sind bereits ca. 1.50 hoch, tragen bereits in der 2. Etage und in der dritten gibt es neue Blüten. Noch ist aber keine einzige Tomate erntereif. Andere Pflanzen, ca. 50%, entwickeln sich nur sehr langsam, sind erst ca. 30 bis 50 cm hoch. Das Problem mit der unterschiedlichen Entwicklung ist, daß kein Muster zu erkennen ist. Beide Sorten, Marmande und Hellfrucht, sind betroffen.

Wir haben großen Wert auf sorgfältiges Entgeizen gelegt. Auch werden jetzt alle Seitentriebe unterhalb der Fruchtstände entfernt. Um jede Pflanze wurde eine etwa 25 cm hohe Mulchschicht aus Reisstroh gelegt. Seitdem gibt es keine Probleme mit Unkraut mehr und die Feuchtigkeit hält sich besser im Boden. Ursprünglich befürchtete Probleme durch das Mulchen wie z.B. Mäuse, Ratten oder Schlangen sind bislang nicht aufgetreten.

Es ist in 14-tägigen Abstand geringe Mengen flüssiger Volldünger gegeben worden. Bei einigen Pflanzen sind Schädlinge aufgetaucht. Mehr dazu unter der Rubrik Krankheiten und Schädlinge.

Stand: 10.3.1998


Mitte März bin ich nach Hamburg zurückgekehrt. Zuvor hatte wir schon erhebliche Probleme mit der Wasserversorgung wegen der durch EL NINO hervorgerufenen Dürreperiode. Am 13.3. wurden die ersten Tomaten geerntet und zu sehr guten Preisen verkauft, dann kam der "KO-Schlag", kein Wasser mehr. Nichts zu machen, die Pflanzen mußten aufgegeben werden. Inzwischen hat sich das Klima wieder normalisiert, und ein neuer Anlauf wird bald gestartet. Immerhin, die Pflanzlöcher, Stangen etc. kann man ja wiederverwenden.

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