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Verzeichnis von privaten Philippinen Hilfsprojekten

Autor: Jochen Binikowski

Stand: 12.12.2009

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Reis - Trockenanlage

Es gibt hier viel zuwenige kommerzielle Trockenanlagen. Das führt insbesondere während der Regenzeit zu enormen Nachernte-Verlusten durch Verrotten sowie finanzielle Einbußen durch niedrige Ankaufspreise. Der Roh-Reis wird normalerweise auf der Strasse in der Sonne getrocknet. Ein extrem mühsames Geschäft, da bei Sonnenschein mit einem Rechen ständig umgeschichtet werden muß, um eine gleichmäßige Trocknung zu gewährleisten. Wenn sich dann ein Regenschauer ankündigt, muß der Reis schnell in die Säcke geschaufelt und an einen trockenen Platz gebracht werden. Der Reis kann nur innerhalb von 3 Tagen geerntet werden. Zu früh = noch nicht reif und reift auch im Lager nicht nach, zu spät = die Reiskörner fallen bei der Ernte aus den Ähren und sind verloren.

Dies führt während der Regenzeit (tagelang keine Sonne) regelmäßig zu finanziellen Katastrophen bei den Kleinbauern. Die Reismühlen kaufen dann wegen der mangelnden Trocknerkapazität den nassen Roh-Reis entweder gar nicht oder nur zu absoluten Niedrigstpreisen (bis zu minus 40%!) an. Lagern kann man den nassen Reis auch nicht, der verfault nach wenigen Tagen. Also arbeiten die Kleinbauern in diesen Fall mitsamt der Familie rund um die Uhr in ihrer Hütte daran, den Reis in Handarbeit hin und her rieseln zu lassen um damit eine minimale Lufttrocknung zu erreichen. Das während dieser Zeit die Kinder zu müde für die Schule sind ist ein weiterer unerfreulicher Aspekt. Man kann das aber nicht kritisieren, diese Menschen kämpfen täglich um ihr Überleben, es gibt keine Sozialhilfe oder Hartz IV. Die wirtschaftliche Bedeutung für die Kleinbauern ist also enorm.

Derzeit laufen erste Versuche mit unserer Experimentier-Anlage. Sie funktioniert ohne Strom und Treibstoff. Bei der kommerziellen Umsetzung wird die Abwärme eines angeschlossenen Holzkohle-Meilers genutzt. Die Anlage ist so konzipiert, dass auch bei Regen und Stromausfall ein 24 Stunden-Betrieb gewährleistet ist. Ein weiterer entscheidender Vorteil gegenüber vielen anderen Trocknungstechniken ist, dass kein Qualm auf den Reis gelangt und eine Überhitzung ausgeschlossen ist. Beides beeinträchtigt ganz erheblich die Reis-Qualität (Bruchreis, schlechter Geschmack, dunkle Farbe usw.) und damit den erzielbaren Preis.

Ein erster Test in den Abendstunden hatte folgendes Zwischenergebnis: Bei einer Aussentemperatur von 25 Grad und 80% Luftfeuchtigkeit war der Reis nach 4 1/2 Stunden soweit getrocknet, dass er problemlos gelagert werden kann, also eine Keimung ausgeschlossen ist. Unter diesen Aussenbedingungen dürfte es noch weitere 3-4 Stunden bis zur vollständigen Trocknung dauern. Die Trocknungsdauer hängt ganz entscheidend von der Luftfeuchtigkeit ab. Tagsüber bei Sonnenschein liegt sie um 50%. Bei nächster Gelegenheit werden wir es unter diesen Bedingungen ausprobieren, dann haben wir einen direkten Vergleich zur Trocknung auf der Strasse. Denn die funktioniert nur bei Sonnenschein und geringer Luftfeuchtigkeit.

In den nächsten Tagen wird da noch eine Vorrichtung installiert, mit der warme, saubere und vor allem trockene Luft über die Oberfläche des Trockenguts geblasen wird. Das ist wegen der hohen Luftfeuchtigkeit hier extrem wichtig. Nur trockene Luft kann die austretende Feuchtigkeit in ausreichendem Ausmaß aufnehmen.

Unsere Gegend zählt zu den regenreichsten auf den Philippinen, die jährliche Niederschlagsmenge liegt bei ca. 3.500 mm. An mindestens 80% aller Tage ist es durchgehend bewölkt, der Reis kann dann also nicht draussen getrocknet werden. In unserer Gemeinde gibt es ca. 5.000 Hektar Reisland, das bedeutet eine Jahresernte von ca. 50.000 Tonnen bzw. 1 Million Säcke Rohreis. Das Potenzial für die Anlage ist also enorm. Hinzu kommt, dass mit der Anlage auch Mais, Copra, Kakao, Holz usw. getrocknet werden kann.

trockenanlage

7.2.2009 - Mein Schwager Erwin Orfanel ist unser Fachmann für Metallverarbeitung.

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7.2.2009 - 3/4 Zoll Eisenrohre. Wir werden demnächst versuchen, Plastikrohre zu verwenden. Wenn die hitzebeständig genug sind, würde das die Baukosten erheblich veringern.

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10.2.2009 - Die Anlage wird mit dem Heizkessel verbunden.

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10.2.2009 - Der Auslaß - Wasserhahn ist sehr niedrig angebracht, um einen größeren Höhenunterschied zum Heizkessel zu erreichen.

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10.2.2009 - Ein altes Blechfaß wird über dem Heizkessel gestülpt...

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10.2.2009 - und mit getrockneten Reishülsen aufgefüllt.

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10.2.2009 - Das ist die gleiche Methode wie bei der Holzkohleherstellung, nur das jetzt im Innenbehälter keine Biomasse sondern Wasser ist.

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10.2.2009 - Ab und zu wird das warme Abflußwasser in den Heizkessel zurückgefüllt. Bei einer größeren Anlage wird dazu eine kleine Elektropumpe verwendet, nur bei Stromausfall wird dann auf manuellen Betrieb umgestellt.

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10.2.2009 - 2 Säcke Rohreis trocknen munter vor sich hin. Die Wassertemperatur im Kessel war 100 Grad, im Ausfluß ware es noch 75 Grad und das Blech erwärmte sich auf 43 Grad. Nach ca. 90 Minuten wurde der Versuch abgebrochen, da es schon 1 Uhr nachts war und die Jungs müde wurden. Neuer Tag, neues Glück. Ich werde weiter berichten.

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7.2.2009 - An dieser Stelle unserer Farm gibt es einen gewissen Höhenunterschied, der bei einem mit Heißluft betriebenen Trockner erforderlich wäre. Allerdings liegt dieser Platz ca. 200 Meter von der Strasse entfernt. Das ist auf Dauer unpraktisch, aber für eine Experimentieranlage wäre es schon geeignet.

Video über das Zitronen Plantagen - Projekt:

Video über die Trockenanlage

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