Tierhaltung auf der integrierten Farm |
![]() Von der 5. bis 12. Lebenswoche halten wir die Puten im transportablen kleinen Laufkäfig |
Ein
wesentlicher Punkt unseres Gesamtkonzeptes ist die Einführung
einer Art Kreislaufwirtschaft. Abfälle aus der Obst- und
Gemüseproduktion können als Tierfutter verwendet
werden, der Dung der Tiere dient wiederum den Pflanzen als
Dünger. Größter Kostenfaktor ist das
Futter. Deshalb
macht Tierhaltung nur Sinn wenn billiges, aber gutes Futter
vorhanden ist. Unser Ziel ist ambitioniert: Fleisch in
quasi-Bioqualität zu niedrigeren Kosten und höheren
Verkaufspreisen als Massenhaltungsprodukte herzustellen! Wir haben bereits für unsere Mastschweine eigene Futtermischungen aus lokal verfügbaren Komponenten zusammengestellt. Dabei haben wir uns von Experten beraten lassen. Bislang konnten wir mit unseren Mischungen ähnlich gute Ergebnisse wie beim Fertigfutter erzielen, die Kosten liegen aber um ca. 40% niedriger. Das liegt u.a. daran das wir keine Konservierungsmittel und sonstige Chemikalien einsetzen. Ein wichtiger Punkt bei unserem Konzept liegt darin, dass wir Tiere unterschiedlichen Alters gleichzeitig halten können. Damit könnte alle paar Tage eine Schlachtung stattfinden, was das Marketing enorm erleichtert. Wir werden auf diese Weise völlig unabhängig produzieren können und nicht wie die Massentierhalter zu Sklaven der Nahrungsmittelkonzerne degradiert. |
| Derzeit
führen wir diverse Experimente in kombinierter Stallhaltung
mit Auslauf im Freigelände durch. Auf diese Weise
können wir den Platz
unter den Zitronen- und Papayabäumen nutzen und gleichzeitig
das Unkraut kleinhalten. Wenn die Baumkronen
geschlossen sind und wegen der Beschattung dort kein Gemüse
und Gras
mehr wächst werden wir zusätzlich
Zufütterungen durchführen. Auf jeden Fall spart diese
Methode viel Geld für Stallbauten und die Tiere sind bislang
alle kerngesund.
Ende Oktober 2011 hatten wir ca. 15 Kühe, 19 Schweine, 7 Truthähne, 30 Masthähnchen und 6 Ziegen auf der Farm. Es gibt eine enorme Nachfrage nach Fleisch von lokalen Rassen, die Preise sind ca. 10-20% höher. Hinzu kommt dass die Aufzucht im Vergleich zu den Hybrid-Rassen relativ problemlos ist da diese Tiere dem örtlichen Klima extrem gut angepasst sind und durch die Freilandhaltung sehr widerstandsfähig gegen Krankheiten werden. |
![]() Die lokalen Rinder-Rassen sind extrem widerstandsfähig, geben aber kaum Milch. Sie werden daher ausschließlich zur Fleischproduktion gehalten. |
![]() Ab dem 3. Monat sind die Puten sozusagen freilaufende Selbstversorger.
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Die
ersten Experimente mit Freiland-Puten verliefen sehr
erfolgversprechend. Leider ist dieser Bereich zwischenzeitlich etwas
vernachlässigt worden weil wir zuviele andere Experimente
gleichzeitig laufen hatten. Dadurch ist es zu erheblichen Verlusten
durch Schlangenbisse und Diebstähle gekommen. Allerdings haben wir dennoch genügend Erfahrungen gesammelt um demnächst die Sache im etwas größeren Stil fortzusetzen. Ganz wichtig war die Erkenntnis das die Tiere bereits nach 10 Monaten das Schlachtgewicht erreichen und das Fleisch von allerbester bio-Qualität ist. Probleme mit Wurmerkrankungen gab es bislang nicht. Nach Auskunft von Experten liegt das an den im Papaya enthaltenen medizinischen Wirkstoffen. Von Zeit zu Zeit brüten die Hennen bis zu 20 Eier aus. Leider sind fast alle Küken den Hunden, Katzen und Schlangen zum Opfer gefallen. In einigen Wochen werden wir spezielle, geschützte Brutplätze, einen Auslaufstall und einen beheizten Brutkäfig für die ersten 4 Wochen bauen. Seit dem 19.10.2011 läuft das erste Experiment mit Freiland-Masthähnchen. Wir haben 30 Hochleistungs-Küken gekauft. Diese werden zunächst in einem speziellen, beheizten Stall gehalten und mit Kraftfutter versorgt. Nach 3 Wochen kommen sie in den mobilen Auslaufstall und werden neben unserer eigenen Futtermischung auch Gras und Insekten fressen. Bei kompletter Käfighaltung mit Kraftfutter wären die Tiere nach insgesamt 6 Wochen mit 1,6 KG schlachtreif. Unser Konzept sieht dagegen vor dass die Tiere erst nach ca. 90-100 Tagen und einem Gewicht von ca. 3-4 KG verkaufsfertig sind. Das verbessert die Fleischqualität und bringt höhere Kilopreise. |
| Am
12.5.2011 fiel der Startschuß für das
Schweinehaltungs - Projekt. Die Anlage ist für ca. 12
Mastschweine konzipiert und läßt sich durch
Modulbauweise bei Bedarf beliebig erweitern. Unter dem Dach wird eine
Art Lagerraum eingerichtet. Dort können Stroh, Futtermittel,
Feuerholz usw. trocken gelagert werden. Die Tiere können rund
um die Uhr entscheiden ob sie
sich im Freien oder im überdachten Bereich aufhalten wollen. Im Aussenbereich wurde zunächst der Boden ca. 80 cm tief ausgehoben und dann mit einer Mischung aus Reishülsen, Holzkohlepulver und Salz aufgefüllt. Dadurch gibt es praktisch keine Geruchsprobleme und die Tiere haben eine artgerechte Beschäftigung wenn sie diesen Einstreu ständig durchwühlen. Demnächst wird noch eine Art Swimming Pool hinzukommen in dem die Tiere sich ständig kühlen können. Damit erhoffen wir uns entscheidende Vorteile in Bezug auf Hygiene, Temperaturregelung und Streßvermeidung. Durch den Auslauf ist der Futterbedarf und die Mastdauer nur leicht angestiegen, dafür ist das Fleisch von bester Qualität. In der konventionellen Schweinemast erlöst 1 KG Lebendgewicht ca. 80 - 90 Peso ( 60 Peso = 1 EURO). Wenn Hybridrassen ausschließlich mit gekauften Fertigfutter gemästet werden (ca. 29 - 42 Peso/KG) bedeutet das für den Farmer im besten Fall einen minimalen Gewinn von unter 5 Peso/KG, in der Regel ist es aber im Bereich zwischen Nullsummenspiel und Verlustgeschäft. Der Futteranteil an den Gesamtkosten beträgt über 70%, dann ca. 15% Löhne, 10% anteilige Gebäudekosten und 5% für Tierarzt, Medikamente, Wasser usw. Mit unserem Konzept erhoffen wir uns in allen Bereichen (außer den Löhnen) erhebliche Kostenvorteile. Die Investitionskosten für das Gebäude liegen bei ca. 5.000 Peso pro Tier, das ist weniger als die Hälfte im Vergleich zu größeren, konventionellen Ställen. Der Hauptvorteil wird aber bei den Futterkosten liegen. Unsere Mischungen bestehen derzeit aus geschrotetem Mais, Bruchreis, Reiskleie, Molasse, Copra-Preßkuchen, Sojaschrot, Fischmehl und fermentierten Schnecken. Zusätzlich bekommen die Tiere regelmäßig Grünfutter, Gras- und Papayablattsilage, sowie Obst- und Gemüsereste. Ein erheblicher Anteil des Futters stammt also von der eigenen Farm. Bislang hat es noch keine Erkrankungen oder Probleme wie Kanibalismus gegeben. Ausser der Pig-Cholera Impfung haben die Tiere keinerlei Medikamente bekommen. ![]() Hinter dem Auslaufstall befindet sich eine Kompostanlage zur Regenwurm-Zucht.
Weitere Tierhaltungs - Fotos und InfosVideo geruchsfreier FerkelstallVideo Auslaufstall |
![]() Es sind je 12 qm überdachte und freie Fläche vorhanden, also Platz für ca. 12 Tiere. Der hintere überdachte Bereich wird für Trockenregale und Vermikultur genutzt oder evtl. später für Sauenhaltung. Die Konstruktion mit Betonpfeilern ist sicher gegen Erdbeben und Taifune bis 330 km/h.
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![]() Die Stallung ist aussen mit einem Drainagesystem versehen um später die Gülle und Abwässer zu sammeln und zentral zu verwerten.
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Die
Fotos links sind vom 13.8.2011. Seit einigen Wochen ist auch die
zweite Stallbox mit 6 Ferkeln belegt, der Altersunterschied zum ersten
Batch beträgt ca. ein Monat. Bislang wurden alle Tiere ausschließlich mit Fertigfutter versorgt. Seit dem 15.8. erfolgte die Umstellung auf unsere eigene Futtermischung gemäß der Gruber-Tabelle. In den kommenden Wochen stehen Experimente mit verschiedenen Einstreu-Materialien wie Stoh, Reishülsen und Holzkohlepulver an. Weiterhin ist geplant, die überdachte Freifläche als Sauenstall umzubauen um eine eigene Ferkelzucht zu beginnen. Ein anderes großes Thema ist die Verwertung der Exkremente. Wir bereiten derzeit mehrere Experimente mit Mist, Gülle/Holzkohlekombination sowie Vermiculture (Regenwurm-Humus) vor. Dies wird ein entscheidender Faktor bei der Schaffung einer kompletten Kreislaufwirtschaft. Auch wenn es auf den Philippinen kaum gesetzliche Auflagen bei der Tierhaltung gibt versuchen wir von Anfang an so umweltschonend wie möglich zu arbeiten. Das ist allerdings angesichts unseres nur minimalen Budgets oftmals leichter gesagt als getan. Auf jeden Fall wird dieser Aspekt mit zunehmender Größe der Anlage immer wichtiger. Am 13.10.2011 wurde das erste Schwein geschlachtet. 180 Tage alt und 80 KG Lebendgewicht, also fast die Werte wie bei den Hybridrassen in der Massentierhaltung. Allerdings war das Fleisch erheblich besser. Ende Oktober 2011 begann ein weiteres, wichtiges Experiment: Der Umbau eines bestehenden Hinterhofstalls auf die neue Einstreumethode, siehe Foto unten. Damit wird eine nahezu geruchsfreie Schweinezucht ermöglicht. Der Stall hat eine Grundfläche von ca. 8 qm und ist mit Nipptränken ausgestattet. Derzeit nutzen wir ihn für 8 abgesetzte Ferkel die sich offenbar pudelwohl fühlen.
Traditionelle Hinterhofställe haben keinen Einstreu, die Tiere koten auf den Betonboden der täglich mit Wasser ausgespritzt wird. Die Gülle fließt dann durch Löcher unten in der Außenwand einfach nach draußen und versickert dort. Das Futter wird einfach auf den Boden geschüttet, die Tränke besteht zumeist aus einer Wanne aus Zement. Bei dem Umbau wurden Im Tür- und Abflußbereich ca. 40 cm hohe Mauern gezogen die verhindern das der Reishülsen-Einstreu nach draußen gelangt. Dann wurden noch Nipp-Wasserhähne und Futtertröge eingebaut. Gesamtkosten des Umbaus ca. 100 EURO.
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![]() Unser erster Silage-Versuch. Das Material besteht aus geschredderten Bananenblättern und essbaren Unkräutern die zuvor 24 Stunden luftgetrocknet wurden. Das ganze wird dann mit ca. 1% verdünnte Molasse vermischt. Eine Lage sind ca. 5 KG und das entspricht eine Tagesration für unsere 12 Schweine. |
![]() Im Boden der Tonne sind einige kleine Löcher gebohrt damit eventuelles Sickerwasser abfließen kann. |
![]() Mit einer stabilen Sperrholzscheibe und Körpergewicht wird jede Lage einzeln komprimiert. Als Zwischenraum nach jeder Lage wird eine ca. 3 cm dicke Schicht Reiskleie in das Faß gefüllt. |
![]() Es passen ca. 60 KG in die Plastiktonne. Zuletzt wird noch einmal Reiskleie nachgefüllt bis ein bündiger Abschluß erreicht ist. Danach wird das Faß luftdicht mit einer Plastikplane verschlossen. |
So können Sie helfen:1. Geldspenden beschleunigen den Aufbau einzelner Projekte enorm. Selbst kleine Beträge können eine große Wirkung entfalten! 2. Hier können Sie weitere Einzelheiten erfahren und auch Kommentare zu den Projekten schreiben! Wir sind immer für hilfreiche Informationen dankbar. Viele unserer erfolgreichen Einzelprojekte konnten auf diese Weise realisiert werden! |