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Bio - Holzkohle als Energieträger und Dünger


Holzkohleherstellung aus Reishülsen
Für die Erdmischungen auf unserer Farm benötigen wir große Mengen Holzkohlegranulat. Die Beschaffung ist kein Problem, denn viele örtliche Bäckereien und Trockenanlagen befeuern ihre Öfen mit Reishülsen. Dabei erfolgt eine nur unvollständige Verbrennung. Zurück bleibt eine Holzkohle-Asche Mischung, perfekt für unsere Zwecke.

Wie auf dem Blid links zu sehen kann man sich bei Bedarf diese Holzkohle mit absoluter Primitivtechnik auch selber herstellen. Bei dieser Methode ist der Holzkohleanteil wesentlich höher. Früher bekam man von den Reismühlen die Hülsen kostenlos angeliefert. Normalerweise werden die Reisspelzen auf Halde geschüttet und bei trockenem wetter einfach abgefackelt. Inzwischen gibt es sehr viele Trockenanlagen und deshalb haben die Reisspelzen einen, wenn auch geringen, Preis. Da bei der Verwendung als Dünger die Holzkohle für Jahrhunderte in der Erde gebunden bleibt entsteht auf diese Weise eine echte CO2-Senke. Hinzu kommt die Einsparung an Kunstdünger und teilweise auch Pestiziden.


Reishülsen-Holzkohle ist für Kochzwecke leider nicht geeignet, da die Reishülsen zu 56% aus unbrennbaren Silizium ( SiO2 ) bestehen. Der Kohlenstoffanteil liegt bei nur ca. 40%. Ganz anders sieht es mit vielen anderen landwirtschaftlichen Abfallstoffen aus, die ebenfalls normalerweise ungenutzt verrotten oder abgefackelt werden. Leere Maiskolben, Palmenäste, Kokosnußschalen, Bambusreste usw. sind Rohstoffe für hochwertige Brenn-Holzkohle. Der Brennwert pro KG ist vergleichbar mit Steinkohle.

Bei der Methode rechts im Bild befindet sich in dem unten offenen Metallfaß ein etwas kleinerer Metallbehälter, der mit Holzresten, Maiskolben, Blättern usw. befüllt ist. Dann werden die Zwischenräume zum großen Faß mit Reishülsen aufgefüllt und in Brand gesetzt. Horizontale und senkrechte Belüftungsschächte dienen der kontrollierten Sauerstoffzufuhr. An der Farbe des Rauchs erkennt man wann der Pyrolysevorgang abgeschlossen ist. Dann wird der innere Metallbehälter geöffnet und sofort mit Sand aufgefüllt, um ein Entflammen der noch heißen Holzkohle zu verhindern.


Holzkohleherstellung in Metallfässern. Die externe Energie wird durch die Verbrennung von Reishülsen erzeugt.



Holzkohleherstellung in der Trockenanlage
Wir haben eine Versuchs-Trockenanlage gebaut, die ähnlich der Bäckerei-Öfen mit Reishülsen beheizt wird. Im Inneren der Brennkammer befindet sich ein Edelstahl-Behälter, der durch die 6-eckige Metalltür an der Aussenwand geöffnet wird und einen eigenen kleinen Schornstein besitzt. Lässt man die Tür einen Spalt geöffnet, kann man diesen Behälter zum braten, backen oder zur Hochtemperaturtrocknung nutzen.

Bei geschlossener Tür verwandelt er sich wie von Zauberhand in einen hocheffektiven Holzkohlemeiler. In 2 Stunden können auf diese Weise sozusagen nebenbei und als "Abfallprodukt" ca. 5-7 KG hochwertige Holzkohle erzeugt werden. Mit einigem technischen Aufwand könnte man gleichzeitig auch noch Biogas gewinnen.

Da wir mit vielen anderen wichtigen Dingen wie die Musterfarm und Weiterverarbeitung ziemlich beschäftigt sind, war bislang noch keine Zeit und Geld vorhanden um eine größere, kommerzielle Anlage zu bauen. Diese Thema steht allerdings ziemlich weit oben auf der Prioritätenliste.