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Verzeichnis von privaten Philippinen Hilfsprojekten

Autor: Jochen Binikowski

Stand: 12.12.2009

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Archiv Rundbriefe an den Freundeskreis

Von Zeit zu Zeit informiere ich alle am Projekt interessierten Freunde mit einer Email über den Stand der Dinge. Das hat sich sehr gut bewährt, denn es vermeidet einen Informations-Überfluß auf der Homepage. Die Projekte sind ziemlich komplex, da ist es nicht immer einfach, den Überblick zu behalten.

Nach jeder Rundmail bekomme ich zahlreiche Mails und Skype-Anrufe. Es kann der Sache also bestimmt nicht schaden, wenn sie ab und zu in Erinnerung gerufen wird. Vor allem ist diese Kommunikation extrem informativ, auf diese Weise wurden schon zahlreiche Ideen in die Praxis umgesetzt.

Ich werde diese Unterseite auch dazu nutzen, neue Fotos zu zeigen und Hinweise auf neue Experimente zu geben. Es gibt immer wieder Ideen, die wir antesten, sich dann aber als unbrauchbar herausstellen. Ich meine, auf den eigentlichen Unterseiten sollte hauptsächlich über die erfolgreichen Projekte berichtet werden.

Ein seltenes Foto: Jochen mit kompletter Familie...

29.9. 2009: Einige Moringa-Bäume sind 132 Tage nach der Aussaat bereits ca. 1,60 Meter hoch.

29.9. 2009: Die Auberginen, Chilis, Bittermelonen und Tomaten in den Sackpflanzungen haben den Taifun "Ondoy" mit 3 Tagen Dauerregen fast unbeschadet überstanden.

Rundbrief vom 12.8.2009

Hallo Freunde,

nach 3 Monaten in Hamburg bin ich wieder zurück in Tigaon. Während meiner Abwesenheit hat sich einiges getan:

1. Meine Schwager Elmer und Erwin nehmen seit Mai an einem Gemüse-Seminar in der Provinzhauptstadt teil. Organisiert von einer großen Saatgutfirma, einer landesweiten Supermarktkette und dem Landwirtschaftsministerium. Ziel ist es, landesweit Vertragsfarmer auszubilden, die ganzjährig höchste Qualität produzieren können. Den Teilnehmern wird der neueste Stand der Technik vermittelt. Für uns ist das natürlich besonders interessant, da wir jetzt unsere Methoden mit anderen vergleichen können. Das spart uns eine Menge Experimentier-Arbeit. Fest steht bereits, dass auch bei diesen Profis nicht alles nach Wunsch wächst.

2. Mein Schwager Jojo hat sich zum Thema Moringa und Neem schlau gemacht und eine kleine Baumschule angelegt. Das sieht bislang sehr gut aus. Die zuerst gepflanzten Samen haben sich in 3 Monaten zu ca. 1 Meter hohen Bäumen entwickelt.

3. Auf der Farm gibt es bereits die ersten kommerziellen Regenzeit-Pflanzungen mit Tomaten, Chili, Bohnen, Auberginen, Squash und Wassermelonen. Dabei werden neue Methoden getestet, u.a. spezielle Hochbeete mit Drainagekanäle und die Verwendung von Mulchfolien. Die Zitrusbäume wachsen auch bestens, allerdings ist die Unkrautbekämpfung aufwändiger als erwartet. Letzten Mittwoch hatten wir einen ziemlich heftigen Taifun-Ausläufer mit ca. 120 Km/h, hat aber keinerlei nennenswerte Schäden verursacht. Immerhin wissen wir jetzt dass die Pflanzen bei unseren Methoden diese Windgeschwindigkeiten locker aushalten.

4. Bei der Trockenanlage tüfteln wir noch an Verbesserungen, bevor wir mit dem Bau einer kommerziellen Anlage beginnen. Hinzu kommt, dass unsere Truppe derzeit mit den Pflanzungen vollauf beschäftigt ist. Auch ist die Finanzierung noch nicht abschließend geklärt.

5. Am 25.7. haben wir erstmals seit längerer Zeit wieder ein medizinisches Projekt durchgeführt. Das war ein voller Erfolg:

Medical Mission Video

Da ausschließlich lokal verfügbares Personal und Medikamente zum Einsatz kamen, waren die Kosten für die Free Clinic extrem niedrig. Mit einem Gesamtbudget von ca. 440 EURO konnten 220 bedürftige Patienten ärztlich und zahnärztlich versorgt und mit kostenlosen Medikamenten ausgestattet werden. Wenn man überlegt was manch andere Organisationen mit extra eingeflogenen ausländischen Ärzten, importierten Medikamenten, Hotel- und Transportkosten etc. pro behandelten Patienten effektiv ausgeben, dann kann man schon ins Grübeln kommen.

------------------ Rundbrief vom 5.5.2009

seit Donnerstag bin ich wieder in Hamburg und bleibe bis zum 19.7. auf Heimaturlaub. Es waren 15 Monate am Stück in Tigaon, nun ist es Zeit für eine Zwischenbilanz. Insgesamt gesehen bin ich mehr als zufrieden, fast alle auf der Liste befindlichen Projekte sind begonnen worden, einige sogar abgeschlossen. Dennoch habe ich den Zeitplan erweitert, von 3 auf 5 Jahre. D.h. bis Ende 2012 soll die 15 Hektar Musterfarm komplett stehen, mitsamt eigenem Vertrieb, Trockenanlagen, Produktverarbeitung, Tierzucht usw., also eine komplette Kreislaufwirtschaft auf weitgehend organischer Basis.

1. Der erste große Durchbruch war die Erdmischung. Damit wächst fast alles ohne Dünger und Bodenschädlinge. Inzwischen gibt es eine Laboranalyse, damit konnten wir noch einige Verbesserungen durchführen.

2. Die Pflanzungen in der Regenzeit waren das bislang größte Experiment, das wir jemals durchgeführt haben. Mit über 20 Gemüsesorten hatten wir Erfolg und in der kommenden Regenzeit im Juli beginnen wir mit der kommerziellen Umsetzung.

3. Bereits im März 2008 war unsere erste semi-kommerzielle Presse für Holzkohle-Briketts fertig. Allerdings hatten wir keine Experimente zur Holzkohle-Herstellung mehr gemacht, weil wir dazu die kombinierte Trockenanlage brauchten.

4. Ende April 2009 hatte die Experimentier - Trockenanlage die ersten erfolgreichen Testläufe. Angepasste Low-Tech pur. Die Anlage kann gleichzeitig verschiedene Temperaturen erzeugen (43 Grad für Reis, 60-70 Grad für Mais, Gemüse, Holzkohlebriketts usw.). Theoretisch könnte man die Abwärme auch zusätzlich noch für eine Destille und einen Inkubator (Brutofen für Geflügeleier) nutzen. Neben dem Heißwasser und der Warmluft für die Trockenanlage kann auch noch gleichzeitig hochwertige Holzkohle hergestellt oder Brot gebacken werden. Dazu fallen große Mengen des Holzkohle/Asche Gemischisches an, welches wir für die Erdmischung benötigen. Die Verwendung des anfallenden Biogases ist noch nicht geklärt, so oder so sind noch viele Verbesserungen angedacht. Das wird am Ende eine eierlegende Wollmilchsau...

Trockenanlage Video

Bei der Konzeption gab es tatkräftige Unterstützung:

Haustechnik Forum Tread

Der Thread ist ziemlich ausführlich und es werden dort viele interessante Ideen angesprochen, die wir auch umsetzen werden.

5. Das mit Abstand teuerste Einzelprojekt ist die Erschließung der 15-Hektar Farm. Inzwischen ist die Umzäunung weitgehend fertig, es sind ca. 3.000 Zitronen- und Orangenbäume gepflanzt, es gibt Feldwege und eine ganzjährige, sichere Wasserversorgung.

6. Im Januar 2009 haben wir dort mit den Gemüsepflanzungen auf ca. einem Hektar begonnen. Die gute Nachricht: Alles was gepflanzt wurde brachte auch eine gute Ernte, der erste Streßtest für unsere Erdmischung war also erfolgreich. Aber, Ernte in der Trockenzeit bedeutet extrem niedrige Preise. Obwohl wir dieses Risiko bereits durch allererste Maßnahmen wie u.a. möglichst viele verschiedene Sorten, Verkauf im eigenem Laden und auf Märkten ausserhalb von Tigaon etwas minimiert hatten, war es doch ein Minusgeschäft bei den allermeisten Sorten. Immerhin haben wir durch diese Erfahrungen nun eine Strategie für die nächste Trockenzeit.

7. Wie gesagt, die beste Gemüsepflanzung nützt nichts wenn man keine vernünftigen Preise für die Ernte erzielt. Deshalb liegt das Hauptaugenmerk jetzt auf die Bereiche Pflanzung in der Regenzeit (hohe Preise), Haltbarmachung (u.a. Trockenanlage, Mühle), Weiterverarbeitung, Hofladen und Verkauf in Großstadt-Märkten. Hier hoffen wir noch in diesem Jahr auf erste positive Ergebnisse.

8. Eher durch Zufall sind wir vor einigen Monaten auf eine möglicherweise sehr vielversprechende Sache gestoßen, nämlich die Pflanzung von Moringa-Bäumen. Das ist eine ziemlich komplexe Angelegenheit, hier nähere Infos:

Moringa Video

Um daraus etwas zu machen benötigt man unbedingt eine geeignete Trockenanlage. Mal gut dass wir die schon haben...

9. Neben dem Flopp mit den Kartoffeln war die Versuchspflanzung mit einer neuen Hybrid-Reissorte der einzige echte Fehlschlag. Das lag aber nicht am Saatgut, sondern an einem Fehler bei der Düngung. Daraus haben wir gelernt und im nächsten Dezember, also zur sicheren Pflanzsaison, werden wir es erneut versuchen. Immerhin hatte ich Gelegenheit, eine neue Version des Reis-Videos mit vielen neuen Bildern zu erstellen:

Neues Reis Video

10. In 2008 habe ich ca. 1.100 EURO Spendengelder erhalten. Davon ist ausschließlich die Trockenanlage finanziert worden. Alles andere ist von unserem privaten Geld bezahlt worden. Der Gesamtetat in 2008 lag bei ca. 8.000 EURO. In 2009 dürften die ersten nennenswerten operativen Einnahmen anfallen und es werden nur noch geringe Kosten für die Infrastruktur entstehen. Größtes geplante Einzelprojekt ist die kommerzielle Trockenanlage sowie ein Gebäude mit Lager und Farmshop. Der externe Finanzbedarf ist schwer zu schätzen, dürfte aber im Bereich von 4.000 - 8.000 EURO liegen. Die Trockenanlage hat bislang ca. 800 EURO gekostet, zusammen mit den in 2009 bereits eingegangenen Spenden stehen derzeit ca. 1.000 EURO für die weiteren Experimente an der Anlage zur Verfügung. Die Kosten für eine neue, kommerzielle Anlage mit ca. 5 Tonnen Kapazität/24 Std. dürften bei ca. 3-5.000 EURO liegen.

Für Fragen und Anregungen bin ich immer dankbar. Meine Hamburg-Kontaktinfos sind in der Signatur.

Rundbrief vom 27.12.2008

Hallo Freunde,

ich hoffe Ihr hattet ein schönes Weihnachtsfest und ich wünsche Euch für das neue Jahr alles Gute. Es waren meine ersten Weihnachten, die ich im Ausland verbracht habe. Das war auch sehr schön, zumal am 23.12. die Seefracht aus Hamburg mit all meinen Leckerlies eintraft...

Inzwischen sind auf der Plantage über 3.000 Zitronen- und Orangenbäume gepflanzt und die Umzäunung ist fast fertig. Es sind auch schon die ersten Gemüsesorten zwischen die Bäume gepflanzt, ab Februar sollten regelmäßige Ernteerträge anfallen. Man darf gespannt sein ob wir das auf Anhieb in den Griff bekommen, immerhin ist es jetzt schon eine der größten Gemüsefarmen im Ort. Da wird noch so manche Klippe zu umschiffen sein.

Im Januar fangen wir mit der ersten Stufe der Meiler- und Trockenanlage an. Die Finanzierung steht. Es ist auch genügend Vorlaufzeit vorhanden, die Anlage soll zum Beginn der Regenzeit im Juni voll betriebsbereit sein. Bis zum Beginn der Trockenzeit Anfang März muss auch eine Wasserversorgung installiert sein, weil dann der Creek kein Wasser führt und die Brunnen kurzzeitig austrocknen können. Hier gibt es noch ein kleines Fragezeichen bei der Finanzierung. Das hängt etwas von den ersten Ernteerträgen ab.

Die Gemüseexperimente laufen immer noch supergut. Inzwischen arbeiten wir an Optimierungen. Es geht dabei u.a. darum, mehrere Pflanzen in einem Sack bzw. Beet zu kombinieren. Hier die ersten Bilder und Infos zu einem der Experimente:

3-Sisters Experiment

Die Technik, die aus unserer Erdmischung bestehenden Hochbeete durch alte Reissäcke und Plastiktüten vom Boden zu trennen hat sich bereits bewährt. Das ist billiger als die Pflanzungen in einzelnen Säcken. Allerdings sind wir auf die erste Gemüsesorte gestoßen, wo der Düngergehalt in unserer Erdmischung nicht ausreichte. Deshalb werden wir in den nächsten Tagen mit einer neuen Mischung experimentieren, wo der Hühnerdung- und Ascheanteil deutlich höher ist.

Um den 6.1. herum haben wir eine Luftfracht für Deutschland. Da schicke ich dann u.a. auch Bodenproben mit. Meine Rückkehr nach Hamburg steht auch schon fest, ich komme am 30.4. an und kehre am 19.7. zusammen mit meiner Frau nach den Philippinen zurück.

In diesem Sinne wünsche ich Euch einen guten Rutsch und ein gesundes 2009

Rundbrief vom 3.10.2008

Hallo Freunde,

Im Agri-Bereich gibt es sensationelle Entwicklungen bei unseren Experimenten. Z.Z. sind wir dabei, die Versuche zu wiederholen um die Ergebnisse zu bestätigen. Steht alles in keinen Buch, es ist schlicht eine glückliche Verkettung von Zufällen. Wenn das klappt wie erwartet ist das sozusagen ein Fall für den Nobelpreis... Kein Quatsch, das kann eine Riesensache für die künftige Ernährung, Energiegewinnung und CO2-Senke werden. U.a. bedeutet dies eine Beschleunigung des Pflanzenwachstums um 30-50% und die weitgehende Einsparung von Kunstdünger, Herbiziden und teilweise auch Pestizide.

Seit einigen Tagen gibt es regelmäßige Einnahmen aus den Gemüsepflanzungen, z.B. sind die ersten 50 Tomatenpflanzen teilweise erntereif und über 300 weitere sind bald soweit. Noch ist das nicht völlig kostendeckend, entlastet aber unser Mini-Budget bereits fühlbar.

Bislang haben wir alle Reis-Experimente auf Feldern mit künstlicher Bewässerung durchgeführt und schon ermutigende Ergebnisse erzielt. In ca. 3 Wochen beginnt eine neue Pflanzung auf unserer 15 Hektar Farm, dort werden die ca. 6 Hektar Reisfelder nur durch Regen bewässert. Dies erfordert andere Techniken und damit neue Möglichkeiten. Z.B. werden wir mit Zwischenfrüchten wie Bohnen und Senf experimentieren, in Verbindung mit Holzkohle, Asche, Kompost und BIO-N Dünger.

Diese große Farm wird z.Z. teilweise in eine Zitronenplantage umgewandelt, d.h. der bislang brachliegende Teil. Vor allem wird das Gelände eingezäunt. Dieses Projekt finanzieren wir privat aus unseren Ersparnissen, ist vermutlich eine bessere Geldanlage als Investitionen bei Lehman Brothers...

Calamansi-Plantage

Vor einigen Tagen hatte mein Programmierer eine (hoffentlich) geniale Idee: Er betreut diverse Online-Shops, die als Kundenbindungmaßnahme ein Hilfsprojekt sponsern wollen. Da hat er natürlich zuerst an mich gedacht und das ist bislang dabei herausgekommen:

www.philippinen-projekte.de

Durch die Terra Preta Methode können wir die versenkte Menge CO2 ziemlich genau einem bestimmten Geldbetrag zuordnen und den Spendern entsprechende (inoffizielle) Zertifikate ausstellen. Wenn dieses Konzept funktioniert, hätten wir endlich eine Finanzierung für die geplante größere Meileranlage.

Die Homepage ist noch eine Baustelle, es geht jetzt um die Details und Optimierung. Deshalb wäre ich für gute Tips, Kritik und Anregungen sehr dankbar.


Rundbrief vom 28.6.2008

Hallo Freunde,

heute möchte ich mich mal wieder mit einen kleinen Zwischenbericht melden. Es hat sich einiges getan, deshalb der Reihe nach:

1. Wir sind hier vom Taifun "Fengshen" zum Glück verschont geblieben, haben nur einige Ausläufer abbekommen, die keine nennenswerten Schäden verursacht haben.

2. Bei den Holzkohle-Experimenten haben wir eine neue Meiler-Methode erfolgreich getestet. Damit könnte man sogar aus Blättern Holzkohle herstellen. Leider scheitert die kommerzielle Umsetzung noch am fehlenden Kapital. Schade, denn der Preis für Holzkohle hat sich innerhalb eines Jahres fast verdoppelt. Bei Diesel, Gas usw. ist es ähnlich. Das Potenzial wird immer größer.

3. Die ganzen Monate habe ich an einer neuen Pflanzerde getüftelt und bin nun endlich belohnt worden. Alles, was gepflanzt wurde wächst bislang wie Teufel. Sowohl als Anzuchterde als auch in Töpfen und Säcken. Die Experimente konzentrieren sich nur noch darauf, vom ursprünglichen Boden unabhängig zu werden um auf diese Weise der Bodenschädlinge Herr zu werden und Probleme mit Staunässe zu vermeiden. Z.Z. wachsen u.a. Tomaten, Chili, Kürbis, Squash, Mangold, Bohnen und Auberginen in Mengen, die über den Eigenbedarf hinausgehen und hoffentlich demnächst Einnahmen generieren.

4. Die Erdmischung funktioniert sogar (noch) ohne Kunstdünger (Preis hat sich hier in 3 Monaten glatt verdoppelt) und Pestizide. In den nächsten Wochen werden wir das Ganze auch im Reisanbau testen, und zwar in Kombination mit Hybridsaatgut und dieser Methode:

Neue Reisanbau - Methode

Und dann arbeiten wir mit Bodenbakterien, die Stickstoff binden:

Stickstoffbindende Bodenbakterien

5. Seit einigen Tagen haben wir auf unserem Wohngrundstück eine Kompostanlage mit Mülltrennung usw., das ist hier etwas völlig Unbekanntes. Die Leute wundern sich schon warum kaum noch Müll zum Verbrennen vorhanden ist... Mein Schwager Elmer hat auf seinem Grundstück auch schon Kompostanlagen gebaut. Alter Kompost ist wesentlicher Bestandteil der neuen Erdmischung. Da werden wir uns noch Gedanken über eine Erhöhung der Kapazität machen müssen.

6. Ich habe viel Zeit aufgewendet, um die Homepage

Homepage Update

neu zu gestalten. In der Rubrik "Reis-Experimente" ist auch der Link zum erheblich erweiterten Reisanbau-Video. Für Anregungen und Verbesserungsvorschläge bin ich immer dankbar.

7. wir sind dabei, uns mit dem Thema Bambus etwas näher zu beschäftigen. Da scheint ein gewaltiges Potenzial in Bezug auf Holzkohle, Baumaterialien, Holz-Ersatz etc. zu stecken. Im Nachbarort Ocampo unterhält die Regierung eine Bambus-Experimentierfarm. Dort wird einem nicht nur mit fachlichen Rat geholfen, es gibt auch für billig Stzlinge usw.

8. Z.Z. läuft ein Folge - Experiment im Reisanbau mit Holzkohle. Die Ernte, und damit die Ergebnisse, erwarten wir in der dritten Juli-Woche.

9. Vor 4 Monaten haben wir begonnen, mit Kartoffeln zu experimentieren. Es ist noch zu früh für Ergebnisse. Wir haben verschiedene Pflanzmethoden getestet, bei einigen wissen wir schon mal dass es nicht funktioniert. Die anderen sind noch in der Wachstumsphase, u.a. als Zwischenfrucht auf einem Reisfelt und eine Pflanzung in Säcken mit unserer Erdmischung.

So, das war's für heute. Ich würde mich über Anregungen aller Art sehr freuen.


Rundbrief vom 6.3.2008

Moin moin alle zusammen,

vermutlich habt ihr euch gewundert, warum ich mich nach fast 2 Monaten Philippinen noch nicht gemeldet habe. Zunächst sei gesagt, ich bin gesund und munter. Nur ziemlich im Stress durch so viele Aktivitäten bei unserem Hauptgeschäft.

Und dann hatten wir hier die letzten 6 Wochen mitten in der Trockenzeit Dauerregen und extrem niedrige Temperaturen, statt 31 nur 24 Grad. Das hat die Experimente mit der Holzkohle und Gemüse stark beeinträchtigt.

Aber immerhin, die Brikettpresse ist fertig und funzt, wir haben schon Holzkohle aus Zuckerrohr, Bambus und Palmenästen gemacht, sieht schon gut aus. Es gibt auch schon einen Plan für eine kommerzielle Meileranlage und Trockenraum. Ist mit unseren Möglichkeiten machbar, nur fehlen uns z.Z. noch einige EUROS dafür.

Die Sache mit dem Bambus scheint extrem vielversprechend. Auf meiner Homepage gibt es zu diesem Thema bereits eine Unterseite, genau wie für die Fragen zur künftigen Trockenanlage.

Die Gemeinderegierung interessiert sich auch schon für das Holzkohleprojekt. Möglicherweise kommt von dort Unterstützung, verlassen tue ich mich aber nicht darauf.

Bei dem Gemüseprojekt gibt es hingegen massive Probleme. Ich habe alle möglichen Sorten in Saatboxen mit unterschiedlichen Erdmischungen und Standorten ausgesät, teilweise die Samen noch mit Humofix oder Kamillentee gebeizt. Egal welche Variante, fast überall null Keimung, dafür aber Schimmelbildung. Habe sogar Pflanzerde aus Deutschland hier, macht auch keinen Unterschied. Gekeimt haben bislang nur Feldsalat, Endivien, Eissalat und Möhren.

Möglicherweise hat das an der extremen Luftfeuchtigkeit gelegen. Nun soll das Wetter besser werden und ich werde das alles nochmals versuchen, dann aber zusätzlich noch mit lokalem Saatgut.

Immerhin hat der Dauerregen auch etwas Gutes gehabt: Wir konnten Experimente, die erst für die Regenzeit geplant waren, um 4 Monate vorverlegen...

Bislang habe ich all die Jahre alle Experimente sozusagen von meinem Taschengeld bezahlt und dafür auf manchen Luxus verzichtet. Nun, wo zumindest bei der Holzkohle die Umsetzung in eine semi-kommerzielle Phase unmittelbar bevorsteht, könnte ich auch finanzielle Hilfe ganz gut gebrauchen. Bei meinen Projekten ist das Geld sicherlich sinnvoller angelegt als beim Kauf von UNICEF-Weihnachtskarten...

PS: Auch wenn dies aus Zeitersparnis-Gründen eine Rundmail ist, stehe ich jedem von euch natürlich auch weiterhin für persönlichen Kontakt zur Verfügung!

August 2009: Mein Schwager Jojo mit seinen ersten Moringa-Bäumen, 88 Tage nach der Aussaat.

August 2009: Experimente mit Plastik-Mulchfolien

August 2009: Die ersten Pflanzsäcke für die Regenzeit-Pflanzungen werden vorbereitet.

August 2009: Kleine Agrar-Ausstellung in Tigaon

August 2009: Unser Nachbar mit dem 1. Preis auf der Ausstellung für einen 8,5 KG Squash

Der leichte Taifun (ca. 120 KMH) vom 5.8.2009 hat bei unseren Stangenbohnen keine größeren Schäden angerichtet.

August 2009: Mein Schwager Edgar (rechts) hat einen kleinen Fleischladen eröffnet, mit Klimaanlage, Waschbecken, Tiefkühltruhe und Waschbecken. Das hat zwar nichts mit unserem Projekt zu tun, aber wir können Erfahrungswerte zum Thema Fleisch-Marketing sammeln.

August 2009: Der neue Hand-Traktor, von Frau Binikowski gesponsort, hat bereits bei der Unkrautbekämpfung auf der Calamansi-Plantage und den Reisfeldern gute Dienste geleistet.

Die aus Stecklinge gepflanzten Madre de Cacao Bäume (links vom Tor) entwickeln sich bereits nach wenigen Monaten zu Windschutz.

August 2009: Die Calamansi-Bäume gewinnen langsam aber sicher den Kampf gegen das Unkraut...

April 2009: Papaya-Bäume mit Reishülsen-Mulch

Am 1.10. wurden die ersten Tomaten geerntet.

Senf wächst wie Teufel...

Bei den Seminaren treten Experten von Agrar-Firmen und Landwirtschafts-Behörden als Referenten auf. Die Teilnahme ist kostenlos.

Freiland - Experiment mit Kürbissen. Zunächst wurden ca. 30 cm tiefe Pflanzlöcher ausgehoben und dann mit unserer Erdmischung gefüllt. Nach der Pflanzung wurde eine Mulchschicht aus Reishülsen aufgebracht, um das Unkraut unter Kontrolle zu halten.

Hier der Beweis, dass Chili und Erbsen sogar auf Beton wachsen...

Experiment "Taifunfeste Tomaten". Die Reissäcke sind mit unserer Erdmischung gefüllt. Bei Taifunwarnung können die Pflanzen an einen sicheren Ort transportiert werden.

In Tigaon gibt es zahlreiche kleine Betriebe, die Reiskuchen herstellen. Dabei fällt in großen Mengen ein Holzkohle / Asche - Gemisch an, das einfach in den Garten gekippt wird. Einige dieser Holzkohle-Felder sind schon über 30 Jahre alt und daher ein interessantes Studienprojekt über die Langzeitwirkung von Terra Preta.

Die Kompost-Anlage wird aufgebaut. Die Hohlsteine liegen lose aufeinander und werden später mit Bambusstangen fixiert.

Die Kompost-Anlage ist fertig. In etwa 3-4 Monaten werden wir einige Kubikmeter gereiften Kompost haben, ein wichtiger Grundstoff für unsere Erdmischung.

Ein weiterer wichtiger Grundstoff für unsere Erdmischung ist der mit Holzkohle vermischte Hühnerdung.