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Das Reisstroh von der vorherigen Ernte wird abgefackelt. Wenn zuviel frische Biomasse untergepflügt wird, entsteht im Boden eine zu große Wärme.

Schwebetest Erde aus dem Reisfeld, Zustand nach 30 Minuten

Schwebetest Kompost - Erde für Gemüse-Anzucht, Zustand nach 30 Minuten.

Transport der Setzlinge zum Reisfeld

Da die meisten Reisfelder für Traktoren unzugänglich sind, wird der Pflug vom Wasserbüffel gezogen

www.helpdirect.org

Verzeichnis von privaten Philippinen Hilfsprojekten

Autor: Jochen Binikowski

Stand: 12.12.2009

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Das Terra Preta Reis Experiment

Beim derzeit praktizierten Reisanbau können wir von folgenden, z.T. geschätzten Zahlen ausgehen:

  1. Kosten für Kunstdünger (ca. 2 Säcke Urea 46-0-0 und 1,5 Säcke Topdressing 17-0-17) = ca. 50 EURO/Ha
  2. Kosten für Saatgut 31 EURO/Ha
  3. Kosten für Unkraut- und Schneckenbekämpfung 25 EURO/Ha
  4. Kosten für Landvorbereitung 20 EURO/Ha
  5. Kosten für Ernte 25 EURO/Ha
  6. Kosten für Trocknung und Transport 15 EURO/Ha
  7. Kosten für Kapital (Thema Wucherzinsen) 100-200 EURO/Ha
  8. Ernteertrag ca. 4.500 KG Rohreis = 516 EURO/Ha
  9. Verdienst ohne Zinsen und Steuern = 350 EURO/Ha

Terra Preta und / oder Kompost - Techniken können sich nur dann großflächig durchsetzen, wenn sich die Kosten dafür sofort nach der ersten Ernte auszahlen: Also, entweder höhere Ernteerträge oder niedrigere Ausgaben für Kunstdünger. Alternativ natürlich Subventionen.

Denn auch wenn die Herstellung der Holzkohle simpel und wenig kapitalintensiv ist, es fallen dennoch Herstellungskosten an. Und dann müssen diese großen Mengen noch zu den einzelnen Reisfeldern transportiert werden. Die meisten Felder sind nur über schmale Trampelpfade zu erreichen, da muss jeder Sack teilweise über mehrere Kilometer rangeschleppt werden. Da kann selbst ein 2 EURO/Tag Hungerlohn zum echten Kostenfaktor mutieren. Immerhin müssten, wie in unserem Versuch, ca. 500 Säcke Holzkohle pro Hektar erst hergestellt und dann aufs Reisfeld herangeschaft werden.

Nach unseren vorläufigen Schätzungen würde die reine Herstellung (ohne dass einer daran etwas verdient) und das Ausbringen von 1 KG/Qm Holzkohle ca. 50 bis 70 EURO pro Hektar kosten. Also in etwa das, was die Farmer derzeit für Kunstdünger bezahlen müssen. Wenn dann noch die gleiche Menge an Kompost hinzukäme (Siehe unser Experiment- Reisfeld Nr. 5), würden sich die Kosten in etwa verdoppeln.

Am 11. und 12. Februar 2007 haben wir die 5 Versuchsfelder im Reisfeld angelegt:

  1. Herkömmlicher Boden
  2. 1 KG/qm Holzkohle, 100% Dünger
  3. 1 KG/qm Holzkohle, 50% Dünger
  4. 1 KG/qm Holzkohle, kein Dünger
  5. 1 KG/qm Holzkohle, 1 KG/qm alter Kompost, kein Dünger

Am 13.2. wurden die Reis-Setzlinge in die Versuchsfelder gepflanzt. Es wurden auch Bodenproben entnommen und an Dr. Bruno Glaser, einem der führenden Terra Preta Wissenschaftlern, von der Universität Bayreuth geschickt. Dr. Glaser begleitet unser Experiment auf wissenschaftlicher Basis.

Am 17.3. wurde erstmals gedüngt. Am 22.3. waren dann bereits die ersten Veränderungen in den Versuchsfeldern sichtbar:

  1. Herkömmlicher Boden Pflanzhöhe 64 cm
  2. 1 KG/qm Holzkohle, 100% Dünger Pflanzhöhe 60 cm
  3. 1 KG/qm Holzkohle, 50% Dünger Pflanzhöhe 58 cm
  4. 1 KG/qm Holzkohle, kein Dünger Pflanzhöhe 46 cm
  5. 1 KG/qm Holzkohle, 1 KG/qm alter Kompost, kein Dünger Pflanzhöhe 54 cm

Ergebnisse in KG vor dem Trocknen

Es hat also in dem mit Holzkohle behandelten Feld Nr. 2 höhere Erträge gegeben, allerdings waren diese zu gering um den Aufwand zu rechtfertigen. Da es über ähnliche Experimente offenbar keine Literatur gibt, bleibt zu vermuten, dass der nasse Boden im Reisfeld nicht besonders gut geeignet ist. Ein weiteres Indiz sind die sehr hohen Erträge pro qm, das deutet darauf hin, dass die Böden von Haus aus sehr gut sind.

Im Juli 2007 wurde dieses Experiment wiederholt, allerdings gab es wegen durch extremen Starkregen verursachte Ernteschäden keine belastbaren Ergebnisse. Im April 2008 erfolgte eine neue Pflanzung, wobei wir zusätzliche Kontrollfelder anlegten, um auch für die Felder 3, 4 und 5 entsprechende Vergleichszahlen zu ermitteln. Auch wird es ein Feld ohne Dünger, Holzkohle und Kompost geben. Dazu probieren wir einige neuartige organische Dünger aus. Die vorläufigen Ergebnisse finden Sie weiter unten. Sie zeigen, dass vor allem die Kombination BIO-N, Kompost und Holzkohle auch ohne Kunstdünger Spitzenwerte erreichen. Weitere Experimente werden erforderlich sein, um diese Ergebnisse zu bestätigen.

Video vom Experiment 2008 (Version 21.4.2008 - ca. 8 min.)

Vermessung des Versuchsfeldes

Vermessung des Versuchsfeldes

Jedes der 5 Versuchsfelder misst 4x5 Meter und ist durch kleine Dämme abgeschottet, um eine Vermischung der unterschiedlichen Böden zu verhindern.

Jedes der 5 Versuchsfelder misst 4x5 Meter und ist durch kleine Dämme abgeschottet, um eine Vermischung der unterschiedlichen Böden zu verhindern.

In den 4 Terra Preta Feldern wird jeweils ein Sack Holzkohle / Asche Gemisch ausgebracht und verteilt.

In den 4 Terra Preta Feldern wird jeweils ein Sack Holzkohle / Asche Gemisch ausgebracht und verteilt.

Das Einarbeiten in den Boden kann man natürlich auch per Pflug oder Hand-Traktor vornehmen, bei den kleinen Flächen geht es aber auch per Hand und Fuß...

Reis Aussaat im Saatbeet

Foto aus Richtung Norden. Die hellgrünen Bereiche sind die Felder 4 und 5, also ohne Kunstdünger. Die Pflanzen sind in der Entwicklung zurückgeblieben.

Foto aus Richtung Süden

"BIO-N" ist ein neuer biologischer Dünger für Saatbeete

Reis Experimente 2008

Reis Einzelpflanzung

Hier das allerste, kleine Experiment mit der Einzelpflanzung und den größeren Abständen (links im Bild schön zu erkennen). Die Setzlinge haben wir in Gemüse-Saatkästen einzeln gezogen. Ein mühsames Geschäft, das sich, wenn überhaupt nur bei extrem teuren Hybrid-Saatgut lohnt. Nur können wir das nicht testen weil die Böden unserer Reisfelder dafür nicht geeignet sind. Die Setzlinge sind ca. 4 Wochen alt, das Foto stammt vom 30.8.2008