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Atulayan Island

Blick auf den Lagonoy Golf

Menschenleere Traumstrände

Reisfeld mit Palmen

Wasserbüffel im Schlammloch

Tigaon liegt am Fuße des mit Urwald bedeckten, fast 2.000 Meter hohen Vulkans Mt. Isarog

www.helpdirect.org

Verzeichnis von privaten Philippinen Hilfsprojekten

Autor: Jochen Binikowski

Stand: 12.12.2009

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Das Gesamtkonzept

Tigaon ist eine Kleinstadt und Landgemeinde auf den Philippinen mit ca. 50.000 Einwohnern. Etwa 425 Km südlich von Manila in einer der landesweit ärmsten Provinzen, Camarines Sur, gelegen.

Die Menschen müssen sich täglich mit den typischen "Dritte Welt - Problemen" abplagen, also Taifune, Zinzwucherer, niedrige Preise für die Ernte, immense Kosten im Krankheitsfall, hohe Schulgebühren etc. Es ist ein schlimmer Teufelskreis: Die Bauern müssen sich das Kapital zu Wucherzinsen leihen, daher muß dann am Dünger usw. gespart werden, dadurch sind die Hektarerträge niedrig und nach der Ernte muss sofort für billig verkauft werden, um die Schulden zu bezahlen.

Wichtigster Bestandteil des Projektes ist es deshalb, die Wertschöpfung vor Ort und damit das Einkommen der "Kleinen" Leute zu erhöhen. Damit würden sich im Erfolgsfall viele Probleme wie z.B. die hohe Geburtenrate, Mangelernährung, Bildungsmöglichkeiten usw. fast von alleine und vor allem nachhaltig lösen. Das möchte ich an einem Beispiel erläutern:

Ein Reis - Farmer verkauft seine Ernte für 20.000 Pesos an die Reismühle. Kosten hatte er für Saatgut, Dünger, Kreditzinsen usw. 15.000 Peso, bleiben 5.000 "Gewinn" übrig. Den Reibach macht der Aufkäufer, der Geldverleiher und der Düngemittel- und Saatguthändler. Oft ist das ein und dieselbe Person, z.B. der Reismühlenbesitzer.

Wenn der Farmer aber die Möglichkeit bekommt, seine Ernte direkt zu vermarkten bzw. auf höhere Preise zu warten, erzielt er vieleicht 25.000 Pesos, wenn er dann noch durch den Einsatz alternativer Techniken nochmals 3.000 Pesos an Dünger, Ernteverlusten etc. gutmacht, steigt sein Gewinn auf 13.000 Peso. Davon kann er für die nächste Pflanzung sein Material ohne Kredite und bei anderen Händlern billiger kaufen und die nächste Ernte bringt dann schon vieleicht 15.000 Peso Gewinn, also eine glatte Verdreifachung des Familieneinkommens.

Es geht um die Erhöhung der Umsätze bei gleichzeitiger Senkung der Kosten. Dies soll u.a. durch folgende Maßnahmen erreicht werden:

  • Marktnahe Produktion
  • Gemeinschaftlicher Direktvertrieb. Seit dem 6.10.2007 haben wir einen eigenen Verkaufsladen im Stadtzentrum von Tigaon.
  • Verwendung biologischer Anbaumethoden
  • Unabhängigkeit von Weltmarktpreisen
  • Anbau von "ortsunüblichen" bzw. importierten und damit teuren Produkten
  • Ernte ausserhalb der Saison
  • Veringerung der Nach-Ernteverluste durch Trockenanlagen, Lagerhäuser etc.
  • Reduzierung der Finanzierungskosten
  • Gemeinschaftliche Nutzung von Maschinen etc.
  • Enge Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und ähnlichen privaten Projekten weltweit
  • Ständige Schulung und Weiterbildung

Das Gesamtkonzept besteht also aus zahlreichen Einzelaspekten. Ein ganz wichtiger Punkt wird unser professioneller Online-Shop werden, der ist schon in Arbeit. Hier werden wir eine Verkaufsplattform nicht nur für unsere eigenen Produkte bieten, sondern auch allen anderen örtlichen Geschäftsleuten, Farmern usw. eine Vermarktungsplattform anbieten. Es wird also eine Kombination aus Vertriebskanal und "Gelbe Seiten". Die Grundeinträge werden natürlich kostenlos sein. Hier schon mal die Demo-Version:

www.bicolshop.com - Bicol Online Portal and Yellow Pages

Wenn dann z.B. ein Restaurant in Manila diverse Gemüse-, Reis und sonstige Produkte benötigt, kann das online bestellt und per Sammeltransport geliefert werden. Dabei ist dann kein Zwischenhändler im Spiel, es wird nur für uns eine geringe Umsatzprovision fällig, dafür sorgen wir dann auch für das Inkasso und die Abrechnung mit den einzelnen Anbietern. Auf den Rückweg kann der LKW dann Ware aus Manila mitbringen.

So ist das jedenfalls geplant. Wir werden das nicht mit einem großen Knall, sondern schleichend in kleinen Schritten einführen, denn wir dürfen uns keine mächtigen Feinde machen, z.B. die großen Reismühlen. Deshalb gibt es auch schon Überlegungen, diese in das Projekt einzubinden.

Ein weiteres vielversprechendes Projekt sind die Reishülsen - Mauersteine. Z.Z. experimentieren wir damit noch auf privater Basis. Es steckt aber möglicherweise ein enormes Potential darin.

Selbst wenn wir nur einen Teil dieser Maßnahmen realisieren können, wäre damit für die Leute schon viel gewonnen. Und wenn man es nicht ausprobiert, wird man auch nicht erfahren, ob es funktioniert. Seit gut einem Jahr beschäftigen wir auf der Farm 6 Vollzeit-Arbeitskräfte, die ca. 30% über dem ortsüblichen Lohn verdienen.

Wir haben bislang alle bisherigen landwirtschaftlichen Projekte sowie www.bicolshop.com aus eigenem, privaten Geld finanziert. Der gesamte finanzielle Aufwand seit Beginn der professionellen Umsetzung Anfang 2008 lag bei ca. 12.000 EURO. Der größte Teil davon entfiel auf die Erschließung der Farm (Zäune, Unkrautbeseitigung, Wasser usw.) und das Pflanzen der Citrus-Bäume sowie den Bau der Versuchs-Trockenanlage. Der Gemüseanbau bringt bereits regelmäßige Einnahmen mit stark zunehmender Tendenz. Hinzu kommt der imense Eigenverbrauch für die Arbeiter und die Familie. Deshalb lassen sich die Einnahmen nur grob abschätzen. Die Kostendeckung dürfte derzeit bei ca. 30-40% liegen.

Wir haben diverse Projekte zur kostenlosen Medikamentenversorgung teilweise durch Spenden finanziert und sog. "Free Clinics" organisiert. Weiterhin haben wir für die Gemeinderegierung, Kirchen und Schulen erfolgreich Kontakte zu großen Hilfsorganisationen in Deutschland und andere Länder vermittelt. Wir sind an fachkundiger Beratung und / oder Kooperationen interessiert, die ein Potential zur Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Situation in Tigaon bzw. auf den Philippinen haben. Das fängt bei der Vermittlung von "Patenschaften" von Mensch zu Mensch auf privater Basis an und geht bis zur Anbahnung geschäftlicher Beziehungen zu örtlichen Firmen und Organisationen.

Bei uns gibt es keine Prioritäten in Bezug auf Religion, Weltanschauung etc., wir arbeiten strikt neutral.

Was wir bereits erreicht haben - und was noch fehlt:

ProjektStatusKosten
Bio - Dünger Semi-kommerzielle Anwendung ---
Setzlinge / Baumschule Semi-kommerzielle Anwendung ---
Gemüseanbau mit Bio - Dünger Semi-kommerzielle Anwendung ---
Erschließung der 15 Hektar Farm (Zäune, Wasser etc.) Semi-kommerzielle Anwendung ---
Pflanzung von 3.000 Citrus- und 200 Moringabäumen Semi-kommerzielle Anwendung ---
Trockenanlage für Gemüse, Moringa und Holzkohle Testphase abgeschlossen 10.000 EURO
Holzkohle Herstellung offener Meiler (Reishülsen) Testphase abgeschlossen 2.000 EURO
Holzkohle Herstellung geschlossener Meiler Testphase abgeschlossen 3.000 EURO
Holzkohle Brikettier-Presse semi-kommerziell Testphase 1.000 EURO
Holzkohle Reisfeld-Experimente (Terra Preta) Testphase 500 EURO
Alternative Baumaterialien (Zement- und Stahleinsparung) Testphase 10.000 EURO
Marketing, u.a. Ausbau www.bicolshop.com Testphase 3.000 EURO
Tierhaltung zur Verwertung von Farm-Abfällen Planungsphase 2.000 EURO
Holzkohle Schredder / Mühle Planungsphase 400 EURO
Holzkohle Mischvorrichtung Planungsphase 600 EURO
Holzkohle Materialvorrat und Lagerstätte Planungsphase 3.000 EURO
Holzkohle Verpackung und Marketing Planungsphase 1.000 EURO
Gesamtaufwand für alle Projekte 36.500 EURO

Die katholische Kirche von Tigaon ist das größte und auch älteste Gebäude der Stadt

Wenn in der Mehrzweckhalle gerade keine Veranstaltungen stattfinden, können die Farmer die überdachten Flächen zum Trocknen von Reis und Mais kostenlos nutzen

Neben der Halle befindet sich ein kleiner öffentlicher Park

Das neue Rathaus von Tigaon wurde nach dem verheerenden Taifun "Babs" im Oktober 1998 erbaut, finanziert von der philippinischen Zentralregierung

Das alte Rathaus von Tigaon beherbergt u.a. die öffentliche Bücherei und ein kleines Stadtmuseum

Der öffentliche Friedhof

Eine typische Straßenszene