Seit einiger Zeit experimentieren wir mit neuartigen Hohl-Bausteinen (Hallowblocks) aus Zement, Sand und Reishülsen. Es gibt bereits einige Vergleichsdaten zu den herkömmlichen Hallowblocks (1:6 Zement / Sand):
Vorteile:
- Bessere Wärmeisolierung (potentielle Energieeinsparung in Räumen mit Klimaanlagen)
- Bessere Schallisolierung
- Geringeres Gewicht, dadurch auch geringere Kosten für das Fundament
- 50% größer, dadurch Zeitersparnis beim mauern
- Ernergieersparnis da weniger Zement pro Quadratmeter Mauer benötigt wird
Nachteile:
- Sehr zeitaufwändige Herstellung, aber da gibt es noch jede Menge Rationalisierungspotential
- Für die Herstellung wird, zumindestens während der Regenzeit, eine relativ große zementierte und überdachte Fläche benötigt.
- Bei Aussenwänden muß das Mauerwerk möglichst rasch verputzt werden. Das ist hier auf den Philippinen ein Problem, weil die Bauherren oftmals nicht ausreichend Kapital zur Verfügung haben und deswegen immer nur die allernötigsten Arbeiten ausgeführt werden.
Z.Z. schaffen 2 Arbeiter mit einer Form ca. 70 Blocks am Tag. Es kann sofort nach dem Einfüllen entformt werden. Nach ca. 24 Std. können die Blocks bereits vorsichtig angehoben und anderweitig gelagert werden, nach 3 Tagen kann die Lagerung unter freiem Himmel erfolgen. Brennen, Erhitzen etc. ist nicht erforderlich.
Der Knackpunkt sind noch die Herstellungskosten. Am meisten schlagen die Kosten für Zement und Arbeitszeit zu Buche. Z.Z. steht noch nicht fest, ob sich diese Blocks günstiger als die herkömmlichen Hallow-Blocks herstellen lassen.
Im Verhältnis 1/4/3 (Zement, Sand und Reishülsen) kostet 1 Block (50x20x10 cm) im derzeitigem Experimentierstadium ca. 0,20 EURO. Demnächst startet ein Experiment mit 1/5/4 Verhältnis. Das würde ca. 10% Kostenersparnis bedeuten, wenn die Blocks dann den Belastungstest bestehen... Bei 1/4/3 hatten wir bessere Werte als bei den herkömmlichen Hallow-Blocks.
Was noch fehlt sind die Vergleichskosten für die Füllung der Löcher. Mein Schwager (Bauingenieur) ist gerade dabei, das zu berechnen. Entscheident ist, was am Ende 1 qm fertige Wand inkl. Fundament kostet. Mit diesem Material wäre es auch denkbar, Wände in Fertigbauweise zu gießen. Dies erfordert allerdings ebenfalls viel Startkapital und kann deshalb z.Z. noch nicht realisiert werden.
Weitere Experimente werden zeigen, ob sich die Qualität der Steine durch einige Zement - Zusatzstoffe erhöhen lässt. Möglicherweise bekommen wir damit das Problem der Feuchtigkeitsaufnahme bei unverputzten Mauern in den Griff. Eine Herstellerfirma aus Deutschland ist an der Sache interessiert und hat uns Muster geschickt, die Ankunft hier dürfte im August 2008 erfolgen.
Ein weiteres Projekt sind die Decken- und Wandverzierungen. Hierzu verwenden wir eine spezielle Mischung aus Zement, Sand und Asche. Gips ist wegen der hohen Luftfeuchtigkeit und den häufigen kleineren Erdbeben nicht geeignet. Die Formen und Techniken haben wir selber entwickelt. Einige Bauarbeiter aus der Nachbarschaft nutzen unsere Räumlichkeiten für die Herstellung und verkaufen die Teile auf eigene Rechnung.
Noch ist das für die ein kleines Nebengeschäft, in dem allerdings noch ein großes Potential steckt, wenn die Vermarktung effektiv organisiert werden kann. Ein entscheidender Vorteil unserer Mischung gegenüber herkömmlichen Zierleisten ist die größere Elastizität, die Schäden bei LKW-Transporten auf holprigen Straßen minimiert.
Wir haben auch schon mit rutschfesten Bodenplatten für Fußwege und Auffahrten experimentiert. Hier steht der extrem hohe Kapitalaufwand für die Formen sowie der Trocknungsanlage einer Serienfertigung im Wege.