| Philippinen Projekte der etwas anderen Art |
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Autor: Jochen BinikowskiStand: 29.12.2009 |
Das Musterfarm - ProjektIm August 2008 haben wir uns entschlossen, ein seit vielen Jahren geplantes Großprojekt in Angriff zu nehmen: Die Verwandlung unserer weitgehend brachliegenden 15 Hektar Farm in eine Art grünes Paradies! Wenn alles einigermaßen nach Plan läuft, soll nach spätestens 3 Jahren eine komplette Kreislaufwirtschaft mit extrem hoher lokaler Wertschöpfung entstehen.
Zunächst musste die entsprechende Infrastruktur geschaffen werden, also vor allem die Einzäunung des Geländes, Wasserversorgung und das Anlegen von Feldwegen. Auf ca. 4 Hektar wurden zunächst etwa 2.200 Zitronenbäume der philippinischen Sorte Calamansi sowie etwa 800 Orangenbäume gepflanzt.
Das war ein mühsames Geschäft, denn es mussten Unmengen Unkraut entfernt werden.
Die Pflanzung erfolgte in mehreren Sektoren, die durch Reihen schnellwachsender Bäume (Windschutz, Fluginsektenabwehr, Eindämmung von Pflanzenkrankheiten usw.) getrennt sind. Diese Bäume werden ebenfalls einen Nutzwert haben, u.a. Moringa, Madre de Cacao und Bambus. Wir wollen versuchen, durch unterschiedliche Pflanz- und Pflegemethoden in den einzelnen Sektoren unterschiedliche Wachstumsbedingungen zu schaffen. Davon erhoffen wir uns zeitversetzte Erntetermine, sozusagen eine Mischkalkulation um eine Gesamternte in Zeiten niedriger Preise zu vermeiden.
Für jeden Setzling wurde ein Pflanzloch gegraben und mit unserer holzkohlehaltigen Erdmischung gefüllt. Damit wird die Plantage als eine Art Nebeneffekt zu einer CO2-Senke. Der PH-Wert unserer Erdmischung beträgt ca. 6.0-6,5 während die normale Erde bei 5,4-5,8 liegt. Durch eine Änderung des Holzkohle-Anteils in der Mischung kann der PH-Wert beeinflußt werden.
Auf weiteren 2 Hektar ist inzwischen Gemüse gepflanzt, insgesamt 15 verschiedene Sorten und teilweise auf biologischer Basis. Dies sorgt bereits für erste Einnahmen. Allerdings sind wir noch weit von einer Kostendeckung entfernt, da die Arbeiten an der Infrastruktur noch nicht abgeschlossen sind.
Durch unsere Experimente aus den vergangenen Jahren verfügen wir über das know-how für den Gemüseanbau ausserhalb der Saison, also während der 7-monatigen Regenzeit. Diese Erfahrungen setzen wir seit 2 Monaten um. Wenn das wie geplant läuft dürfte im Februar 2010 die Kostendeckung erreicht werden und damit Mittel für die nächste Phase zur verfügung stehen:
Auch wenn es banal klingt, das gesamte Projekt macht nur Sinn wenn langfristig die Einnahmen höher als die Ausgaben sind. Da kommen dann Dinge wie Direktvermarktung und Weiterverarbeitung ins Spiel. Bereits jetzt verkaufen wir nicht nur im familieneigenen Laden im Stadtzentrum, sondern auch auf Märkten in den Nachbarorten haben wir Verkäufer, weil die Preise auch von Ort zu Ort sehr unterschiedlich sind. Damit, und durch die vielen verschiedenen Sorten, können wir bereits deutlich höhere Erlöse als bei einer Monokultur erzielen.
In 2010 wird dann noch ein kleiner Hofladen hinzukommen, das bietet sich an da das Grundstück direkt an der Hauptstraße liegt. Dann wird auch unsere neuentwickelte Trockenanlage den Probebetrieb aufnehmen. Das eröffnet völlig neue Perspektiven. Z.B. können damit Chili, Pepperoni und Paprika perfekt getrocknet werden, Grundlage um daraus Pulver herzustellen das auch lagerfähig ist.
Solange die Bäume noch klein sind werden wir die Zwischenräume nutzen, indem wir dort ebenfalls Gemüse anpflanzen. Je mehr sich die Wurzeln der Bäume seitlich ausbreiten, desto kleiner werden die Zwischenräume, die sich pflügen lassen. Zu diesem Zeitpunkt werden wir Techniken anwenden, bei denen die Gemüsepflanzen keinen direkten Kontakt zum ursprünglichen Boden haben. Da auch die Beschattung mit der Zeit zunimmt, werden immer neue, angepasste Sorten gepflanzt. Die erste Calamansi - Ernte dürfte in 1-2 Jahren erfolgen und die Bäume tragen dann ca. 20 Jahre lang. Dann werden wir auch versuchen, die Zitronen selber zu verarbeiten, z.B. Zitronensaft-Konzentrat usw. herzustellen. Nachdem die Baumkronen geschlossen sind und der Boden völlig beschattet ist, planen wir in den einzelnen Sektoren die Freilandhaltung von Geflügel und evtl. Schweinen. Damit wird der Platz genutzt und die Ausscheidungen der Tiere sorgen für zusätzlichen Dünger.
Die Finanzierung erfolgt übrigens auf rein privater Basis mit eigenem Geld, es werden keine Spendengelder dafür verwendet.
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![]() Auf dem verpachteten Teil des Grundstück befand sich bereits eine kleine Baumschule mit ca. 9.000 Calamansi Setzlingen. Der Pächter hat seine ausstehenden Pachtzahlungen mit der Lieferung der Setzlinge an uns begleichen...
Calamansi Setzlinge, ca. 16 Monate alt
Calamansi Ernte vom Nachbarn
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![]() Das Grundstück hat stellenweise Urwald-Charakter, liegt aber direkt an der Hauptstrasse und hat Wasser- und Stromanschluß |
![]() Ein Wasserlauf (Creek) durchzieht das Gelände auf 400 Meter Länge. Während der Trockenzeit kann er völlig austrocknen. |
![]() Derzeit wird nur ein kleiner Teil des Geländes für Reis- und Gemüseanbau genutzt. |
![]() Der Creek ist im Schnitt ca. 10 Meter breit und bis zu 3 Meter tief |
![]() Im November 2009 haben wir damit begonnen, Teile des Flußbettes mit schnellwachsenden Bäumen zu bepflanzen. Damit schaffen wir einen Windschutz und Rohstoff-Nachschub für unsere Holzkohle-Produktion. |
![]() Das Wasser gelangt durch einen Strassentunnel auf das Gelände. Während der Regenzeit kann sich dieser Bach kurzzeitig in einen reißenden Strom verwandeln. |
![]() Calamansi - Früchte und Blüten |
![]() Früchtetragender Calamansi-Baum |
![]() 20.10.2008: Vorläufiger Plan |
![]() 27.10.2008: Das Haupttor ist fast fertig |
![]() 31.10.2008: Die Betonpfeiler an der Strassenfront sind mit 3 Lagen Stacheldraht versehen. |
![]() 31.10.2008: Unsere Spezial-Erdmischung aus Kompost, Holzkohle, Asche, Hühnerdung und Humuserde |
![]() 31.10.2008: Für jeden Calamansi - Setzling wird ein Pflanzloch gegraben, Abstand 3,5 Meter |
![]() 7.11.2008: Die Erdmischung wird in die Pflanzlöcher gefüllt und der Setzling eingepflanzt. Bis heute sind bereits 1.050 Setzlinge in der Erde. |
![]() 29.12.2008 - Ein neues Experiment: Chili, Tomaten und Bohnen in Hochbeeten. Für jede Pflanze wurde ein Loch gegraben und mit unserer Erdmischung gefüllt. Die Bohnen haben noch nicht gekeimt. |
![]() 29.12.2008: Ampalaya (Bittergurke) Pflanzung in Säcke und direkt in die Erde. Mal sehen was besser wächst. |
![]() 13.2.2009 - Durch das Nordtor haben die LKWs der Reismühle Reishülsen zum mulchen angeliefert. |
![]() 13.2.2009: In einem Radius von ca. einem Meter wurde um die Calamansibäume herum erst das Unkraut entfernt, dann gedüngt und anschließen mit Reishülsen gemulcht. |
![]() 13.2.2009 - Tomaten und Bohnen in Mischkultur am Bambus "Klettergerüst".. |
![]() 13.2.2009: Mungo und Bohnen in Mischkultur. |
![]() 20.2.2009 - Das monatliche Seminar der Tigaon Vegetable Growers Association fand heute erstmals auf unserer Farm statt. |
![]() 24.2.2009: Die erste kleinere Ernte (v.l. Squash, Tomaten, Ampalaya, Wassermelonen) wird für den Markt verkaufsfertig gemacht. |
![]() März 2009 - Besuch von Mitarbeitern des regionalen Landwirtschaftsministeriums. |
![]() März 2009: Die Mischkultur von Stangenbohnen und Mungobohnen gedeiht prächtig |
![]() März 2009 - Die Mungobohnen wachsen problemlos |
![]() März 2009: Die geernteten Stangenbohnen werden sortiert und gewaschen |
Ein kleines Video über das Plantagen - Projekt: |
Video über die Experimentier-Farm 2007 - 2008: |