Flagge Philippinen Das Philippinen Projekt der etwas anderen Art: Handeln statt reden! Flagge Philippinen

Die integrierte Musterfarm


Die Service-Hütte für die Mitarbeiter und Gerätschaften.
Die ca. 15 Hektar große Musterfarm ist das Kernstück des Gesamtprojekts. Seit Herbst 2008 verwandeln wir das verwilderte Grundstück nach und nach in ein kleines Paradies. Dabei setzen wir die bei unseren früheren Experimenten gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis um.

Die Lage ist perfekt: Direkt an der Hauptstraße, nur 2 KM vom Stadtzentrum entfernt, Strom- und Wasseranschluß, zwei kleine Bäche und dennoch überflutungssicher, verträgliche Nachbarn, - besser geht's nicht.

Das Ziel ist die Erhöhung der Einkommen lokaler Kleinbauern durch die Schaffung eines kompletten Wertschöpfungs-Kreislaufs, also die Produktion von Gemüse, Bäume, Tiere, Futtermittel, organischer Dünger usw. sowie Weiterverarbeitung, Lagerung und Direktvermarktung. Das ist genauso kompliziert wie es sich anhört, sozusagen ein Puzzle mit 1.000 Einzelteilen.

Der große Unterschied zu anderen Projekten liegt darin dass diese Kreislaufwirtschaft nicht auf unsere Farm konzentriert ist. Es geht darum eine Zusammenarbeit mit anderen örtlichen Farmen zu organisieren. Ohne Arbeitsteilung und Spezialisierung  wird ein wirtschaftlich erfolgreicher Betrieb nicht möglich sein.


Von Oktober 2008 bis Mai 2012 haben wir uns darauf konzentriert möglichst viele Einzelkomponenten der Kreislaufwirtschaft auf unserer Farm anzutesten und die Mitarbeiter entsprechend auszubilden. Diese zahlreichen Experimente hatten höchst unterschiedliche Ergebnisse die sich in etwa so klassifizieren lassen:

1. Völliger Flop

2. Technisch funktioniert alles wie erhofft, aber die Produktionskosten stehen in keinem vernünftigen Verhältnis zu der Verkaufserlösen

3. Technisch und wirtschaftlich erfolgreich wenn bei größeren Anwendungen einige Modifizierungen vorgenommen werden

Einige der # 2 Techniken haben sich im Ort trotzdem verbreitet, allerdings nur im Kleingarten-Bereich zur Eigenversorgung, weil die Leute die Arbeit selber machen und keine Löhne zahlen müssen.

Ursprünglich war diese Experimentierphase bis Ende 2013 geplant. Im Frühjahr 2012 musste dieser Zeitplan aber aus finanziellen Gründen geändert werden. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden über 30.000 EURO investiert, davon ca. 85% von meinem eigenen Geld. Im Mai/Juni 2012 standen wegen eines Umzugs in größere Räumlichkeiten große Investitionen in unserem Hauptgeschäft in Hamburg an. Da war nicht mehr genügend Geld für das Projekt übrig und gleichzeitig sprangen, wie das Leben so spielt, die wenigen Sponsoren ab.

Aber wie heißt es so schön: Wenn das Leben hart wird fangen die Harten erst richtig an zu leben...

Also haben wir uns auf die Dinge konzentriert die mehr einbringen als sie kosten und bei denen kein Ernterisiko besteht. In erster Linie also Pflege und Ernte der Zitronen- und Papayabäume sowie Reisanbau. Gleichzeitig wurden alle Experimente im Gemüsebereich eingestellt bzw. drastisch reduziert. Seitdem erwirtschaftet die Farm zwar noch kleine, aber regelmäßige Überschüsse.


Mischkultur von Zuckermais, Weißkohl und Mungobohnen.

Mischkultur von Tomaten und Okra.


Einzäunung mit Baum-Stecklingen, die anwachsen und für zusätzlichen Windschutz sorgen.

Durch die Globalisierung werden die Dritte Welt Kleinbauern immer mehr dem internationalen Wettbewerb ausgesetzt, vor allem durch weitgehend zollfreie Importe subventionierter Agrarprodukte. Es hilft nicht wirklich weiter wenn man diese Entwicklung beklagt. Besser ist es, die eigenen Vorteile zu erkennen und konsequent auszunutzen.

Westliche Farmer haben Vorteile durch Subventionen und Maschineneinsatz. Unsere Aktiva sind geringe Lohnkosten, ganzjährige Pflanzungen mit bis zu 3 Ernten, günstige Wetter- Boden- und Wasserverhältnisse. Dadurch können ganz andere Methoden eingesetzt werden, z.B. punktgenaue Aussaat und Düngung, Mischkulturen von Pflanzen die sich gegenseitig ergänzen, also u.a. Beschattung, Stickstoffbindung und Schädlingsabwehr. Das erhöht die Hektarerträge und vermeidet hohe Kosten für Maschinen, Kunstdünger, Insektizide und Kreditzinsen. In einigen Bereichen haben wir bereits deutlich geringere Produktionskosten als bei industrialisierten Monokulturen! Das ist die mit Abstand wirksamste Waffe gegen die Billigimporte.