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Energie aus Biomasse


Die "Wunderpflanze" Bambus verspricht mehr als sie halten kann. Das Wachstum ist enorm, eine Plantagenpflanzung wegen der Probleme bei Pflege und Ernte (u.a. "Giftschlangen-Paradies") praktisch unmöglich oder unrentabel.
Wir werden oft nach Möglichkeiten zur Erzeugung erneuerbarer Energien angesprochen. Es gibt sicherlich vielfältige Optionen, aber der Teufel steckt auch hier im Detail. Am Anfang aller Überlegungen sollte die Frage stehen, an wen diese Energie eigentlich verkauft werden soll?

Vieles, was technisch machbar erscheint entpuppt sich bei näherer Betrachtung als zu teuer oder vom örtlich verfügbaren Personal her als nicht zuverlässig und sicher handhabbar. Ein gutes Beispiel hierzu ist Biogas. Auch eine reine Rohstoffproduktion für den Export macht nur sehr selten wirklich Sinn. Hier steht die Produktion nämlich in direkter Konkurrenz zum Anbau anderer Nutzpflanzen. Alle Welt schwärmt z.B. von Jatropha. Angeblich 2.500 Liter Biodiesel pro Hektar. Nur, ein Liter Diesel kostet an der Tankstelle 0,50 EURO. Wir reden also über 1.250 EURO Bruttoerlös pro Jahr. Dazu müssen aber erst einmal tausende Setzlinge produziert, gepflanzt und 2 Jahre gepflegt und gedüngt werden bevor die ersten Erlöse anfallen. Wer soll den Kleinbauern das vorfinanzieren? Wer nimmt die Ernte ab und zu welchen Preisen? Jedes Mais- oder Reisfeld bringt höhere Erlöse und das schon nach gut 3 Monaten.

Wir unterstützen jedenfalls keine Projekte bei denen Kleinbauern zu Sklaven gemacht oder gar von ihrem Land vertrieben werden. Zweck unserer Arbeit ist es, mit innovativen Methoden die lokale Wertschöpfung und damit das Einkommen der kleinen Leute drastisch zu erhöhen.


Energiegewinnung aus Biomasse macht eigentlich nur dann Sinn, wenn man ohnehin vorhandene Abfälle verwertet und die Energie vor Ort selber nutzt. Ein gutes Beispiel sind Bäckereiöfen und Trockenanlagen die mit Reishülsen geheizt werden.

Wir haben bereits einige vielversprechende Experimente mit der Brikettierung von Biomasse und Holzkohlepulver durchgeführt. In diesem Bereich gibt es mit Sicherheit machbare Möglichkeiten, allerdings sind die Investitionskosten und der technische Aufwand nicht zu unterschätzen. Diesen Bereich haben wir auf unserer Prioritätenliste.

Wirklich interessant wäre eine Anlage die Abwärme in Kälte umwandelt. Es besteht ein enormer Bedarf an Eis (Fischer, Metzger usw.) sowie Kühlhäuser für landwirtschaftliche Produkte. Leider übersteigt ein derartiges Großprojekt unsere finanziellen und technischen Möglichkeiten um ein Vielfaches. Wir sind aber gerne bereit, interessierten Investoren hilfreich zur Seite zu stehen.

Solar- und Windkraft sind für unsere Gegend völlig ungeeignet, da es sehr regenreich, fast immer bewölkt und häufig windstill ist. Dafür gibt es zum "Ausgleich" alle paar Jahre einen Monstertaifun den die genannten Anlagen kaum überstehen dürften. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass es auf den Philippinen ein EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) gibt. In anderen Landesteilen sind die klimatischen Bedingungen dafür wesentlich günstiger als bei uns.


Eine besonders interessante Pflanze ist Okra. Aus den Samen überreifer Früchte läßt sich hochwertiges Pflanzenöl pressen, der Presskuchen sowie die Blätter sind proteinreiches Tierfutter und die Schoten und Stämme eignen sich als Brennmaterial. Okra wächst fast ohne Pflege und Dünger und ist eine exzellente Mischultur u.a. für Tomaten, Auberginen und Papaya.