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3 - Sisters Mischkultur



Das erste Vor-Experiment in 2008
Als 3-Sisters bezeichnet man eine von den alten Mayas entwickelte Mischkultur aus Mais, Bohnen und Squash (Kürbis). Diese drei Pflanzen ergänzen sich gegenseitigt:

1. Der Mais dient als Rankhilfe für die Bohnen

2. Die Bohnen binden Stickstoff und damit Dünger im Boden wovon die anderen Pflanzen profitieren

3. Der Squash rankt am Boden, seine großen Blätter beschatten den Boden und unterdrücken damit das Unkraut

Das erste Experiment in 2008 endete in einem mittelschweren Desaster. Da alle 3 Pflanzen gleichzeitig ausgesät wurden gab es Schäden durch Überwucherungen. Ja, und dann hat sich ca. 3 Wochen vor der Ernte eine Kuh losgerissen und das Versuchsfeld aufgefuttert...


Das neue Experiment begann am 15.2.2012. Seitdem wurde je Woche ein neues Feld von 600 bis 1.000 qm angelegt. Bis Mitte Mai sollen es ca. 12 Felder werden. Auf diese Weise erhoffen wir uns ab Ende April eine ganzjährige, tägliche Ernte. Die Nachpflanzung wird immer ca. 2 Wochen vor der Ernte erfolgen um die Schösslinge vor Starkregen und zuviel Sonne zu schützen.

Diese Pflanztechnik erfordert große Präzision, Schablonen und geschulte Mitarbeiter. Eine genaue Dokumentation der einzelnen Maßnahmen ist dabei unerlässlich.

Auf diese Weise sollten ca. 5 Umläufe pro Jahr möglich sein. Ein entscheidender Punkt wird die Düngung darstellen denn bei dieser Permakultur werden dem Boden große Mengen Nährstoffe entzogen. Deshalb werden wir künftig einzelne Felder für einige Monate zur Regeneration brach liegen lassen und mit organischen Dünger versehen.

Als erstes wurde der Mais direkt gesät, 2 Wochen später dann die Bohnen. In den ersten Feldern hatten wir zusammen mit den Bohnen auch den Squash direkt gesät, was aber wegen der dauernden Regenfälle zu enormen Ausfällen führte.

Ab dem 4. Feld haben wir die nicht gekeimte Bohnen und Mais nachgesät und den Squash in Pflanzbeuteln in der Baumschule vorgezogen. Beim Zuckermais und dem Squash verwenden wir Hybrid - Hochleistungssaatgut, die Bohnen sind normale Sorten.


Pflanzanordnung bei den Feldern 1 - 3




Taifunschaden beim Zuckermais am 8.5.2011
Ein großes Problem dürften die Wetterverhältnisse werden. In unserer Gegend gibt es extrem hohe Niederschläge, 3.300 mm pro Jahr und an manchen Tagen bis zu 450 mm in 24 Stunden. Diese Mengen sind etwa 3-fach höher als in Mitteleuropa. Darüberhinaus sind von Mai bis Dezember Taifune möglich, der Rekord steht bei 320 km/h Ende November 2006.

Am 8.5.2011 hatten wir einen Kategorie 1 Taifun mit ca. 110 km/h und fast 400 mm Regen in 24 Stunden.  Trotz der relativ niedrigen Windgeschwindigkeit waren die Schäden bei unserer damaligen  Zuckermaispflanzung enorm. Die Pflanzen lagen, ca. 3 Wochen vor der Ernte, tagelang im Wasser und richteten sich nur teilweise wieder auf. Fast alle Maiskolben waren von Würmern befallen und eigneten sich nur noch als Tierfutter.

Im ersten Halbjahr 2010 hatten wir mit einer langanhaltenden Dürre zu kämpfen. Mit großem Aufwand ist es uns immerhin gelungen, durch künstliche Bewässerung zumindestens die Fruchtbäume zu retten.

All diese Widrigkeiten müssen wir bei der Planung des 3-Sisters Projektes berücksichtigen. Entscheidend ist der Ertrag auf das ganze Jahr gerechnet.


Das  Schöne an der Pflanzenkombination ist dass  sich  die  einwandfreien Früchte  meistens  gut  auf den lokalen Märkten verkaufen lassen. Der Squash ist zudem ca. 6 Wochen lagerfähig. Der Zuckermais soll über die lokalen Imbißstände verkauft werden.

Wir werden mit Sicherheit große Mengen 1 B Ware ernten. Diese stellen hochwertige Schweinefutter - Komponenten dar: Mais hat viele Kohlehydrate, Bohnen enthalten viel Eiweiß und der Squash liefert Vitamine und Mineralien. Zudem lassen sich aus Squash auch Nudeln (Pancit) herstellen.

Auf diese Weise erhoffen wir uns auch aus der Ausschußware noch gute Erlöse. Die Pflanzenreste werden als Mulchmaterial auf die Felder zurückgebracht und verbessern damit den Humus- und Nährstoffgehalt des Bodens.


2. Wahl Maiskolben




Zuckermais und Bohnen 56 Tage nach der Aussaat



Das Feld 1 ist ca. 500 qm groß

Am 4.4.2012, also genau 8 Wochen nach der ersten Aussaat gab es im Feld 1 folgenden Zwischenstand:

1. Die Maispflanzen sind ca. 1,70 Meter hoch und beginnen zu blühen

2. Die Bohnen ranken schon an den Maispflanzen hoch und der Squash  breitet sich am Boden aus. Es gibt kaum noch Probleme mit Unkraut

3. Dieses Feld war ganz besonders von den schlechten Wetterverhältnissen betroffen und es ist auch nicht nachgesät worden. Dennoch liegt die Dichte zwischen 3 und 10 Pflanzen pro qm, wir schätzen den Schnitt auf 4,5 - das bedeutet 45.000 Pflanzen pro Hektar.

Ab dem 4. Feld sind die Reihenabstände etwas größer damit das Unkraut per Wasserbüffel mechanisch entfernt werden kann. Das wird den Arbeitsaufwand enorm senken.

Ebenfalls am 4.4.2012 wurde Feld 8 mit Mais gesät und die ersten Squashsamen in der Nursery in die Pflanzsäcke gebracht. Bei den Feldern 9 und 10 laufen die Landvorbereitungen.

Wenn es uns gelingt die Hauptkostenfaktoren Löhne, Dünger und Saatgut zu reduzieren, und wir es schaffen pro Durchgang ca. 60.000 Pflanzen per Hektar zur Ernte zu bringen, wird es ein für Kleinbauern finanziell höchst interessantes Projekt.

Es liegen spannende Wochen vor uns und ich werde diese Homepage ständig aktualisieren.


So können Sie helfen:

1. Geldspenden beschleunigen den Aufbau einzelner Projekte enorm. Selbst kleine Beträge können eine große Wirkung entfalten!

2. Hier können Sie weitere Einzelheiten erfahren und auch Kommentare zu den Projekten schreiben! Wir sind immer für hilfreiche Informationen dankbar. Viele unserer erfolgreichen Einzelprojekte konnten auf diese Weise realisiert werden!